Dynamisches Tages- und Kunstlicht kombiniert

Forschungsprojekt für neue Lichtqualität in Arbeitsumgebungen

Bildquelle: Zumtobel

Prof. Dr. Ellen Kathrine Hansen

Ein neuer Ansatz für Lichtdesign und Lichttechnik steht im Mittelpunkt des Projekts Double Dynamic Lighting der renommierten Aalborg University Copenhagen, unterstützt und begleitet von mehreren führenden Lichtunternehmen. Das Forschungsteam um Prof. Dr. Ellen Kathrine Hansen erforscht die Kombination von dynamischem Tages- und Kunstlicht im räumlichen Kontext und eröffnet Architekten und Lichtexperten eine neue Dimension, um individuelle Bedürfnisse und unterschiedliche Arbeitsanforderungen zu unterstützen.

In einer einmaligen Kooperation arbeiten Partner aus den Bereichen Lichttechnik und -lösungen wie Tridonic, iGuzzini, Fagerhult und Zumtobel seit drei Jahren mit der Aalborg University zusammen. Unter dem Motto „Rethinking Light“ kommen die führenden Unternehmen der Lichtindustrie zusammen, um so eine neue Grundlagenforschung durch die Universität Aalborg im Bereich der dynamischen Beleuchtung zu ermöglichen.

Bildquelle: Zumtobel, Foto Chris Fraser

Das Forschungsprojekt Double Dynamic Lighting (DDL) legt die Richtlinien für die Beleuchtung eines komfortablen Arbeitsplatzes durch die Kombination von direktem und diffusem dynamischem Tages- und Kunstlicht fest. Der neue Ansatz (DDL) wirkt sich positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz aus. Die Ergebnisse des Projekts zeigen Möglichkeiten für den Einsatz neuer Sensor- und Lichttechnologien, um die Beleuchtung an den Bedürfnissen des Menschen auszurichten. Das Projektteam hat Vorschläge für Lichtszenen erarbeitet, die den natürlichen Verlauf des Tageslichts sowie aktuelle Himmelsbedingungen berücksichtigen. Durch die Untersuchung, wie eine responsiv arbeitende Lichttechnologie, die auf das Tageslicht reagiert und es ergänzt, Mensch und Natur verbinden kann, können die Erkenntnisse dazu beitragen, einen zukünftigen ganzheitlichen Designansatz zu bilden.

Untersucht werden die räumlichen Gegebenheiten in einem dynamischen Lichtumfeld und deren Einfluss auf das Wohlbefinden der Nutzer. Praxisorientierte Designrichtlinien werden mit einer Reihe von Untersuchungen entwickelt, getestet und umgesetzt. Das geschieht sowohl in bestehenden Arbeitsumgebungen mit dynamischem Licht wie auch in Lichtlabors der Universität Aalborg sowie in interaktiven, dreidimensionalen Computermodellen.

Dynamische Lichteinstellungen

Bildquelle: Multivideo - iGuzzini

Dynamische Lichteinstellungen lassen sich durch eine Kombination von direkter und diffuser Beleuchtung definieren. Im Zuge der Studie konnte gezeigt werden, dass sich DDL im Vergleich zur statischen Beleuchtung positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz auswirkt.

Die Ergebnisse der Feldstudie zeigen, dass sich dynamische Lichteinstellungen, die auf die Dynamik des Tageslichts reagieren, durch eine Kombination von direkter und diffuser Beleuchtung definieren lassen. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich DDL im Vergleich zur statischen Beleuchtung positiv auf die wahrgenommene Atmosphäre, den Sehkomfort und das Engagement am Arbeitsplatz auswirkt. Generell wurde bestätigt, dass die Kombination von gerichtetem Arbeitslicht und diffusem Umgebungslicht, die auf Oberlichter und das gemessene Tageslichtniveau im Raum reagiert, den Vorzug vor der statischen diffusen Beleuchtung erhielt.

Die Analyse der Interviews mit den Testpersonen zeigt, dass sie eine große Differenz im Sehkomfort wahrnehmen, wenn dynamisches und statisches Licht verglichen werden. Demnach wird ein hoher Sehkomfort erreicht, wenn es Lichtzonen mit direkten und diffusen Lichtkomponenten und ungleichmäßiger Lichtverteilung gibt. Die Industriepartner bringen ihr praktisches Anwendungswissen ein und arbeiten Hand in Hand mit der Universität.

Prof. Dr. Ellen Kathrine Hansen, Programmleiterin für Lichtdesign am Department für Architektur, Design & Medientechnologie, über die Studie: „Ziel der Studie ist es, durch einen innovativen Methodenmix einen ganzheitlichen Ansatz für die Lichtplanung zu schaffen, der anschließend als Gütesiegel in der Lichtbranche funktionieren kann. Die Kombination aus biologischen, ästhetischen und funktionalen Aspekten soll die Grundlage für den Designprozess bilden.“

Statements aus den beteiligten Unternehmen:

Karin Zumtobel-Chammah

Chairwoman Supervisory Board, Zumtobel Group AG

Zu unserer Unternehmens-DNA gehört die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens, indem wir das beste Licht für Mensch und Umwelt schaffen sowie die Beleuchtungslösungen an die verschiedenen Anwendungsbereiche anpassen. Und natürlich sind unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte genau darauf ausgerichtet.

Da sich unsere Forschungsthemen stark mit dem DDL-Projekt überschneiden, sind wir davon überzeugt, dass die Ergebnisse dieser Forschung zur Kombination von Tageslicht und dynamischer Lichttechnik für mehr Gesundheit und Wohlbefinden uns dabei helfen, bestimmte Themen viel besser zu verstehen. Die Arbeit an einem großen Projekt mit verschiedenen Partnern erhöht immer die Qualität und Relevanz der Ergebnisse. Die Aufstellung dieses Projekts ist besonders interessant, da einige der Partner eigentlich unsere Konkurrenten sind. Da wir aber alle daran interessiert sind herauszufinden, wie die Kombination von Tageslicht und dynamischer Beleuchtung zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden beitragen kann, können wir hier unsere Kräfte bündeln, um dieses Wissen für die ganze Branche voranzubringen.

Henrik Clausen

Direktor der Fagerhult Lighting Academy

Für uns geht es auch um Wissen. Die Herausforderung besteht darin, das Wissen über die Allgemeinbeleuchtung zu erweitern. Damit schaffen wir uns die Voraussetzung, um alle Möglichkeiten nutzen zu können, die uns die Beleuchtung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen bieten kann.

Wir müssen aufklären, um ein besseres Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Tageslicht und elektrisches Licht zusammen wirken können. Es geht darum, die Dynamik des Tageslichts wie auch des elektrischen Lichts zu kombinieren und in der gleichen Installation anzuwenden. Das ist die Grundlage von Double Dynamic Lighting. Wir müssen dieses Wissen, wie wir Tageslicht und elektrisches Licht effektiv bündeln können, unter den Lichtprofis aus Design, Planung, Anwendung und Vertrieb verbreiten.

Mit der Universität Aalborg haben wir an der Forschung des DDL-Projekts gearbeitet, denn was auch immer wir in der Produktentwicklung und im Vertrieb tun – wir bringen Beleuchtungslösungen auf den Markt, die wissenschaftlich gesichert sind. Jetzt bereiten wir uns darauf vor, unseren Partnern, Mitarbeitern und Studenten Wissen zu vermitteln, um ihnen allen einen Wettbewerbsvorteil im (noch statischen) Beleuchtungsmarkt zu verschaffen.

Peter Roos

Direktor Product & Project Solutions, iGuzzini

iGuzzini hat Licht schon immer als Werkzeug für die soziale Innovation konzipiert, welches das Leben und das Wohlbefinden des Menschen zu jeder Tageszeit verbessern kann. Deshalb forschen wir seit 1988 gemeinsam mit führenden Universitäten und Instituten weltweit im Bereich biodynamisches Licht mit unserer Vision „Soziale Innovation durch Licht“ im Blick.

Die Idee des DDL-Forschungsprojekts ist, neue Lichtdesignrichtlinien für die Arbeitsplatzbeleuchtung zu finden, die das Wohlbefinden der Nutzer verbessern. In erster Linie werden wir also alle von den DDL-Forschungsergebnissen profitieren, denn wir leben und arbeiten in Räumen, deren Beleuchtung den DDL-Designrichtlinien unterliegen. Bei iGuzzini glauben wir daran, dass die Lichtdesigner zusammen mit den Architekten und Lichtprofis die Idee Double Dynamic Lighting aufgreifen und so schöne Räume schaffen, in denen wir gerne leben.

Hugo Rohner

CEO Tridonic

Tridonic als Technologieunternehmen der Lichtbranche ermöglicht neue Lösungen für seine Kunden und Partner. DDL passt als neue Herausforderung hervorragend zu uns. Wir übertragen diese Grundlagenforschung in Lösungen für unsere Geschäftspartner. Die Erstinstallation an der Aalborg Universität ist eine hervorragende Grundlage für uns und wir binden die Forschung kontinuierlich in unserem eigenen Headquarter ein und ermöglichen unseren Partnern eine eigene DDL-Installation an ihren Standorten. Daraus werden wir weiter lernen und die nötige Technologie kontinuierlich weiterentwickeln. Wir sind sicher, dass DDL zu Beleuchtungslösungen führt, die eine individuelle Antwort auf die Bedürfnisse und Anforderungen des Menschen bereitstellen.


 
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